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Gefahr in den Wäldern nimmt zu - Klimastress lässt Bäume absterben- Waldsperrungen im Lindenfelser Wald!

Extreme Witterungseinflüsse seit dem Jahre 2018 als Auswirkungen eines Klimawandels führen fast überall in Deutschland und Mitteleuropa zu großen Schäden in den Wäldern. Hitze und Dürre verursachten auch im Jahr 2019 in den hessischen Wäldern massive Schäden. Diese Entwicklung setzte sich im Frühjahr 2020 fort. Sie ist auch im Stadtwald Lindenfels an vielen Stellen zu beobachten.

Seither befallen Borkenkäfer und Pilze mit bisher nicht dagewesener Aggressivität Nadelwälder. In nahezu allen Fichtenbeständen im Stadtwald hat sich bedingt durch die extreme Schwächung der Fichten wegen enormer Niederschlagsdefizite und hoher Temperaturen der Borkernkäfer massiv ausgebreitet. Die Fichten werden durch den intensiven Befall durch Borkenkäfer flächig zum Absterben gebracht.

Aber auch Laubbäume zeigen nun, wie sehr sie unter der Dürre gelitten haben und sterben teilweise ab. Försterinnen und Förster weisen eindringlich darauf hin: Durch absterbende Bäume steigen auch die Gefahren im Wald. Trockene Äste und ganze Bäume können schon bei leichtem Wind zu Boden stürzen. Beim Waldbesuch ist besondere Vorsicht geboten!

„Wir hatten befürchtet, dass wir auch bei Buchen und anderen Laubbäumen Probleme beobachten müssen, doch das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der momentan Schäden auftreten und Bäume sterben, überraschte uns“, so Dirk Dins, Revierförster in Lindenfels. „Es begann in den Baumkronen – nach dem Austrieb der Blätter im Frühjahr wurden erste Stellen trocken und binnen weniger Wochen starben die Bäume ab“, schildert Dins die kritische Lage. „Die aktuellen Niederschläge reichen bei Weitem nicht aus. Die Böden sind tief ausgetrocknet; es müsste wohl einige Wochen dauerhaft regnen, damit die Wasserspeicher wieder gefüllt wären. Der Regen im Winterhalbjahr fehlt.“

In ganz Hessen sind solche Absterbeerscheinungen zu beobachten. Wurzeln wurden durch die ausgetrockneten Böden geschädigt, die Rinde teilweise durch Sonnenbrand verletzt. Am Ende sind es Pilze, die den geschwächten Bäumen das Leben kosten.

Baumkronen zerbröseln

Die Pilze zersetzen das Holz und machen es brüchig. Je nach Befall brechen dann Kronenteile oder auch ganze Stämme ab. Dins: „Dadurch entstehen Gefahren, die allen Waldbesucherinnen und Waldbesuchern bewusst sein müssen. Nur entlang öffentlicher Straßen, an Bebauung an Waldrändern an Waldparkplätzen und an Erholungseinrichtungen beseitigen wir akute Gefahren schnellstmöglich. Innerhalb des Waldes können und müssen wir diese sogenannten waldtypischen Gefahren nicht beseitigen. Dieser riesige Aufwand ist aufgrund des derzeitig enormen Anfalles von Schadhölzern und der dünnen Personaldecke einfach nicht leistbar.“ Wer sich im Wald bewegt, sollte deshalb immer auch den Blick nach oben richten und den Pausenplatz nicht unter trockenen Baumkronen auswählen.

Waldsperrungen

Besonders betroffen ist das Waldstück unterhalb des Lindenfelser Burg, der sogenannte Schlosswald. Viele der etwa 160 Jahre alten Buchen aber auch einige Eichen starben bereits im Jahr 2019 ab; zahlreiche abgängige Bäume wurden im Winter gefällt. Die Absterbeprozesse setzten sich an vielen Bäumen nun im Frühjahr 2020 rasant fort. Trockene Äste, ganze Kronenteile und sogar ganze Bäume können jederzeit unvermittelt abbrechen oder bei leichtem Wind zu Boden stürzen. Durch den Schlosswald führen viele Fußwege, die von der Bevölkerung sehr rege zum Spazierengehen genutzt werden.

„Da hilft alles nichts, wir müssen den Wald in diesem Bereich leider sperren und bitten die Bevölkerung um Verständnis für diese Maßnahme. Die Sicherheit der Waldbesucher hat Vorrang“, so Forstamtsleiter Ralf Schepp. Eine solche Sperrung von Wegen oder Waldbereichen ist nach dem hessischen Waldgesetz möglich, wenn eine Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Waldbesucherinnen und Waldbesucher besteht. Die Sperrung gilt bis auf Weiteres. Das Forstamt Lampertheim informiert, sobald ein Betreten des Waldes hier wieder möglich ist.

Von der Waldsperrung ausgenommen bleibt der Schlosswaldweg und der auch durch den Schlosswald verlaufende Fernwanderweg „Nibelungensteig“ und markierte Wanderwege.

Auch im Schenkenbergwald sind viele Absterbeerscheinungen an Altbuchen und an einigen Eichen festzustellen. Entlang der Hauptwege und an Erholungseinrichtungen (Schutzhütten, Ruhebänken) wurden im Winterhalbjahr zahlreiche abgestorbene Buchen gefällt; dennoch ist hier weiterhin besondere Obacht geboten. Abseits im Wald oder an einzelnen Waldpfaden wurden abgängige Bäume nicht gefällt.

Hier ist zunächst lediglich ein Weg gesperrt. Entsprechende Hinweisschilder werden jeweils angebracht.