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Lindenfelser Schwimmbad noch geschlossen

Auch wenn das Land Hessen die Nutzung der Freibäder unter Bedingungen Corona-Pandemie wieder offiziell freigegeben hat, so werde das Lindenfelser Schwimmbad seine Pforten noch nicht so schnell öffnen können.

„Wir schaffen eine Öffnung frühestens Anfang Juli“, so Bürgermeister Michael Helbig. „Das Bad wird jetzt erst mal für den Badebetrieb komplett hochgefahren und gleichzeitig werden die formalen Prüfungen der Wasserqualität abgearbeitet, sowie noch eine Reparatur erledigt. Gleichzeitig wird im Magistrat und der Verwaltung die Umsetzung der Corona-Auflagen für den „Schwimmbetrieb“ vor Ort diskutiert“, führt Helbig aus.

Abschließend entschieden sei das Thema aber noch nicht.

Momentane Sachlage sei, dass es bei Öffnung nicht das Bad sein werde, wie es die Lindenfelserinnen und Lindenfelser kennen. Klar ist, dass aktuell die Spielplätze, das Planschbecken, das Kinderbecken und die Sprungtürme in keinem Fall genutzt werden dürfen. Möglich sei das reine Bahnen schwimmen und die Nutzung der Liegewiese. Bänke dürfen auch nicht stehen, Umkleidekabinen und Duschen bleiben ebenfalls gesperrt.

„Wenn das Badewetter einsetzt, wird die Bevölkerung sicher die Öffnung des Bades verstärkt nachfragen“, so Helbig weiter. „Aber schon im Normalbetrieb ist das Bad nicht kostendeckend; die Verwaltung schätzt, dass der Betrieb unter Corona-Bedingungen zusätzlich mit einem mittleren fünfstelligen Betrag zu Buche schlägt, für rund zwei Monate Schwimmen. Das muss wohlüberlegt sein“, rechnet das Stadtoberhaupt vor. Bei allen Forderungen und berechtigten Wünschen gilt es nun besonnen abzuwägen, wie der zusätzliche Aufwand im Verhältnis zum Nutzen steht. Die höheren Kosten resultieren aus einem deutlich erhöhten Personal- und Sachaufwand, Einlasskontrolle und Aufsichten und auch die Umsetzung der Zugangsbedingungen (z. B. Online-Ticketsystem mit Datenerfassung, Online-Zahlung und elektronischer Eingangskontrolle für eine zeitlich begrenzte Nutzung). Das müsse derzeit noch abschließend geklärt werden. Man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung und hoffe, dass ein geregelter Betrieb – am besten ohne Einschränkungen - noch in der Saison, zum Start der Ferien, erreicht werden könne.

Unter Corona-Kosten werden sich die zusätzlichen Aufwendungen nicht alle verbuchen lassen. „Jeder Euro, den wir für Unterhalt, Ticketsystem, Zugangskontrolle, Desinfektion und Personal mehr aufwenden müssen ist Steuergeld, auch das darf man am Ende nicht vergessen“, mahnt Helbig.

„Ich würde mir dringend ein Lockerung der Maßnahmen für Bäder wünschen. Wenn ich sehe, dass unsere Nachbarn in Thüringen von Verboten weggehen, hin zu Geboten, sollten wir das auch tun können; gerade in unserem Heilklima und mit den doch sehr geringen Fallzahlen“, appelliert Bürgermeister Helbig in Richtung des Landes Hessen.

Ein kleines Bonbon habe der Bürgermeister aber bei allen Sorgen doch zu vergeben: Schon jetzt sei sicher, dass die für die Saison 2020 verkauften Dauer- bzw. 3-Bäder-Karten in keinem Fall für eine „Saison unter Corona Bedingungen“ genutzt werden können. Die Stadt Lindenfels wird die verkauften Dauerkarten deshalb 1:1 für die Saison 2021 übertragen.

Die Stadt wird die Bürger über den Fortgang der Entwicklung weiter auf dem Laufenden halten.