Events und Sehenswertes in und um Lindenfels im Odenwald

Insektenlehrpfad Lindenfels

Am „Panoramaweg“ im Lindenfelser Schenkenbergwald, ein Waldweg zwischen der „Hohl“ oberhalb des Cafés „Zur Ludwigshöhe“ und der Schenkenbergstraße, wurde ein Insektenlehrpfad eingerichtet. Durch die Unterstützung aus dem BASF-Projektwettbewerb „Gemeinsam Neues schaffen“ kann der Bienenzuchtverein Lindenfels und Umgebung seine schon lange gehegte Idee nun in die Tat umsetzen. Kooperiert hat der Verein mit dem Obst- und Gartenbauverein Schlierbach, dem Förderkreis Carl-Orff-Schule Lindenfels sowie dem Verkehrsverein Lindenfels.

Der Pfad hat elf informative Stationen mit Hinweistafeln und wurde am 29. Juli 2020 offiziell eröffnet. Dargestellt werden hier die Lebensräume von besonders bedrohten Insekten und insektenbegünstigenden Pflanzungen mit Streuobst und Wald-Blühpflanzen.

Man findet einen Nistkasten für Hornissen und ein Insektenhotel für Wildbienen. Der Star des Lehrpfades ist sicherlich die geschnitzte Figurenbeute mit den Honigbienen – dieser mehr wie mannshohe „Bienenbär“ hat auf der Rückseite eine Tür, wo bei Führungen die Entwicklung des Bienenvolkes hinter Plexiglas beobachtet werden kann. Der Bienenbär ist aus einem zwei Tonnen schweren Eichenstamm, im Durchschnitt über einen Meter dick, bei dem Kettensägenschnitzer Gerd Hildenbrand in Hornbach in Birkenau entstanden. Ein Ameisenvolk konnte in diesem Jahr Corona bedingt noch nicht angesiedelt werden, diese Umsiedlung erfolgt nun im Frühjahr 2021.

Für die Nahrung und die Aufzucht der Brut sind für alle Insekten Pflanzen wichtig. Blütenpflanzen und Bäume gehören in einen gesunden Wald. Deshalb wird der Schenkenberg an einer Stelle mit Lindenbäumen aufgeforstet. Der Schlierbacher Obst- und Gartenbauverein spendiert Wildobstanpflanzungen wie die Holzbirne oder Wildapfelsorten. Hier wird auf unterschiedliche Blühphasen der Bäume geachtet, um den Insekten eine möglichst große Zeitspanne mit blühenden Bäumen anzubieten. Wichtig sind im Gefüge weitere Pflanzen, wie Ginster, Weidenröschen, Fingerhut und Goldrute, also typische Blühpflanzen, die im Wald zu finden sind. Leider kann auch diese Bepflanzung Corona bedingt erst im Frühjahr 2021 erfolgen.

So wichtig wie lebendige Blühpflanzen und Bäume sind, so wichtig sind für die Insekten auch abgestorbene Bäume. Habitatbäume für Insekten sind starke Baumstämme, die noch in der Erde verwurzelt sind, die aber abgestorben sind und daher fast keine Äste und keine Rinde mehr haben. Umgefallene Baumstämme, also „Totholzlager“ bieten Wohnung und Nahrung für Hirschhorn- und Nashornkäfer. Diese seltenen, aber imposanten Insekten brauchen Unterstützung, deshalb ist der Einsatz für ihren Erhalt sehr wichtig.

Mit dem Insektenlehrpfad kann somit mit vielen Informationen über das Leben und Überleben der Insekten informiert werden. Jeder Besucher wird sich damit auch über das Stichwort „Insektensterben“ kundig machen können. Auf das Insektensterben durch Präsentation von besonders bedrohten und unter besonderem Schutz stehenden Arten und deren bedrohten Lebensräume hinweisen“. Dadurch sollen die Besucher angeregt werden, über den Umgang mit Insekten im eigenen Umfeld nachzudenken. Das treffe auch für die Lebensbedingungen zu, die in vielen Gärten ebenfalls immer schlechter werden.